Bevor wir losfahren, schickt mich Michael noch um die Ecke,
ich soll man die Straße entlang gucken…. Uaaaahhh nein – da sitzt ein 9 Wochen
alter weisser Labrador auf der Straße… da kann ich selbstverständlich nicht
widerstehen…. Knuddelknuddel und verlieb – habenwill!!!! Mannomann was für ein
blondes Wuffi-Knäuel!!!
Auf geht’s in die Columbia River Gorge, erst zum Vista House, einem superschönen Aussichtspunkt, mit Blick entlang des Columbia Rivers. Wir tingeln von
einem Wasserfall zum anderen. Sensationell die Multnomah Falls, die in zwei
Stufen herabfallen. Der obere Wasserfall hat knapp 200 Meter und landet in
einem grossen Pool, der dann in den unteren Wasserfall von gut 20 Metern
übergeht. Über dem unteren spannt sich eine Bogenbrücke – tolles Bild! Eines
Tages hat sich auf der Plattform vor dem unteren Wasserfall eine
Hochzeitsgesellschaft getümmelt, als sich von oben ein 40 Tonnen schwerer
Felsblock löst und in den Pool stürzt – die Wasserfontäne war wohl an die 30 Meter
hoch und ergoss sich über die Hochzeitsgesellschaft…. Puuah, genial, die
Hochzeit werden sie nie vergessen!!
Wir wandern noch bis hoch zum oberen Wasserfall, man sieht
nur leider nicht wirklich runter, aber ist ein schöner Spaziergang.
Weiter geht’s zum Horsetailfall, wo wir eine größere Runde
wandern, über den Ponytailfall weiter zu den Triplefalls. Wir sind gut 2
Stunden unterwegs durch einen kalten Regenwald – mich hätte es nicht gewundert,
wenn irgendwelche 26 cm grossen Trolle aus ihren Höhlen gekrochen wären…. Wie
im Märchen!! Die Bäume moosbehangen, nein, nicht nur bewachsen, es hing in
langen Zotteln an den Ästen runter. Die Stämme komplett von Moos überwuchert.
Farne in rauhen Mengen, es tropft aus allen Felslöchern….
Wir erreichen die Triplefalls – tatsächlich drei Wasserfälle
nebeneinander. Dann reicht es irgendwie auch und wir treten den Rückweg an.
Wir schmeissen uns auf die Interstate – die uns eh schon den
ganzen Tag begleitet hat, führt sie ausgerechnet genau neben dem Columbia River
entlang – wir hören den ganzen Tag das Rauschen…. Was aber nicht weiter schlimm
war. Wir fahren runter zum Campground mitten im Wald, zwar direkt an der
Interstate, aber egal, hört sich irgendwie an wie Meeresrauschen… Einbildung
ist die halbe Miete! Ja, da stehen wir nun an unserem Campground, ich sag noch,
lass uns einen Platz in der Nähe des Flusses nehmen, da hört man die Interstate
nicht so extrem. Wir holen uns ein Feierabend-Bud aus dem Kühli, sitzen mit
Bauml und Andrea vor dem WoMo – und dann??? Wir trauen unseren Augen/Ohren
kaum, rast die Amtrak Eisenbahn quasi durch unsere Wohnmobile!! Und zwar mit
lautem Gehupe, weil weiter vorn ein Bahnübergang ist. Die Gleise sind
vielleicht 10 Meter von uns entfernt…. Wir schauen uns an und beschliessen,
unseren üppigen Budweiservorrat exakt heute niederzumachen – in Anbetracht der
Möglichkeit, dass der Bahnverkehr nachts durchgehen könnte…. Mal sehen, ob wir
heut Nacht nicht noch einen ordentlichen RV-Park aufsuchen…





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