Dienstag, 26. Oktober 2010

23.10.2010 Heimflug von Los Angeles

Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen zusammen, unglaublich, wir haben tatsächlich alles in unseren 3 Koffern untergebracht! Das WoMo schrubben wir noch auf Hochglanz - naja fast wenigstens - dann machen wir uns auf die Socken nach LA. Diese Stadt ist wie das letzte Mal die reinste Katastrophe, teilweise 16spurige Autobahnen, über- und untereinander, dreistöckig - der blanke Horror und ohne Navi nicht zu bewältigen. Ich staune Bauklötze, als wir schon in LA sind und Michael sagt, dass es noch immer 50 km bis zur Cruise America Station sind, wo wir das WoMo wieder abgeben...

Rückgabe wie immer problemlos, sie haben nicht mal den Steinschlag in der Windschutzscheibe moniert, wunderbar!
Mit dem schnellsten Taxi der Welt geht es weiter zum Flughafen, können sofort einchecken, essen noch was und ab zum Gate..... wir dachten, da können wir noch ein wenig bummeln, aber da ist leider rein gar nichts mehr... gerade mal noch eine Bar, viel mehr gibts nicht.... wenn wir das gewusst hätten, wären wir noch nicht durch die Kontrolle, denn jetzt hiess es 6 Stunden warten, bis Abends um 21 Uhr der Flieger ging...

Der Flug ist völlig problemlos, wir haben 6 Stunden geschlafen, Transfer hat wunderbar geklappt und waren um kurz vor 20 Uhr wieder in Eurasburg.... erwartet von allen Eltern gab es lecker Sauerbraten und erzählen....

22.10.2010 Death Valley

Wir schielen um 7 Uhr aus dem Fenster, es scheint noch immer alles bewölkt zu sein und schmlummern nochmal leicht weg.... als wir aufstehen, lässt sich schon der ein oder andere blaue Fleck am Himmel erkennen.... wir fahren die Spots von gestern nochmal an, Zabriskie Point, Badwater Salt Pan - ein Unterschied wie Tag und Nacht, heute gibt es Farben in der Wüste ;O)) Badwater erstrahlt soweit das Auge reicht in weiß, ohne Sonnenbrille unmöglich.

Wir fahren weiter zum Artist's Pallette Drive, ein versteinerter Dünenabschnitt, von Pink bis Weiss, Türkis, Gelb Lila... unglaublich!
Dazu windet man sich ein paar Meilen durch eine ziemlich enge Straße, wir wissen jetzt auch, warum nur Vehicles unter 25 Fuß fahren dürfen.... unser WoMo hat 25 ;O))

Weiter zum Golden Canyon, kleinen Spaziergang durch golden leuchtende Felswände, die im Red Cathedral enden - einer Felsformation, die tatsächlich wie eine riesige Kirche aussieht. Toll! Und - siehe da - mit einem Mal erstrahlt der Himmel wieder im gewohnten Tiefblau!

Wir fahren ein ganzes Ende bis zum Ubehebe-Krater ziemlich weit im Norden des Death Valleys. Die Fahrt wird immer stürmischer, als wir auf dem ziemlich exponiert liegenden Parkplatz aussteigen, pfeift es uns fast weg.... wir gehen ein Stück den Kraterrand hoch, zack, Sonne weg.... Michael wartet auf deren Rückkehr, ich muss wieder umdrehen, es ist saukalt und der Wind hat akutes Ohrenweh zur Folge.... pfui Deibel! Das ist gleich wieder weg, aber ich sitz im WoMo und warte auf den Michael und hab das Gefühl,   unser WoMo kippt gleich um, so stürmt es....

Nächste Station ist Scotty's Castle, am Rande des Death Valley hat doch tatsächlich 1922 ein verrückter Amerikaner für 2 Millionen $ ein Schlösschen im spanischen Landhausstil hingestellt - unglaublich, was bewegt einen dazu, an einem der heissesten Flecken der Erde sich ein Urlaubsparadies zu schaffen?!?

Zur Golden Hour an den Mesquite Dunes kommen wir etwas zu spät, ein paar Bilder gelingen uns noch, aber leider ist die Sonne zu schnell wieder hinter den Wolken verschwunden. Kurz darauf geht der Vollmond auf - ein grandioses Bild....

wir machen uns aber vom Acker, wir wollen bereits ein paar Kilometer Richtung LA hinter uns bringen. Kurzer Tankstopp, dann geht's los über die Berge in die Sierra Nevada... es ist bereits dunkel und wir sind mutterseelenallein auf schnurgeraden Straßen unterwegs.... es ist schon ca. 21 Uhr, als wir einen Campground aufsuchen, der allerdings mehr wie eine Auffangstation für gestrandete Menschen aussieht... egal, hauptsache wir können hier stehen bleiben und sind nur noch 250 km von LA weg.









21.10.2010 Death Valley

Wir schlafen gemütlich aus und machen uns nach dem Frühstück auf ins Death Valley.... endlich schaffen wir es mal dorthin, nachdem wir bei unseren letzten Reisen immer glorreich drumherum gefahren sind und es irgendwie nie in den Plan gepasst hat.
Kurzer Stopp am Zabriskie Pont, gewaltige, versteinerte Dünenlandschaft, leider ist uns das Wetter heute nicht so holt, alles grau in grau, es regnet sogar immer mal wieder ein paar Tropfen.... unglaublich, wir befinden uns an einem der wärmsten Orte der Erde und wir frösteln teilweise....

Weiter geht's, am Campground einchecken, es ist aber eh nicht viel los. Wir fahren runter über Devil's Golf Course zum Badwater Basin, einer Salzwüste unterhalb des Meeresspiegels. Devil's Golf Course sieht aus wie riesige Pflugscharen, total matschig und leicht Schnee bedeckt... weit gefehlt, es ist alles steinhart mit einer Salzkruste überzogen. Bei Badwater ist durch den vergangenen Regen die Salzkruste teilweise ziemlich aufgeweicht und man spürt eine unglaubliche Schwüle aufsteigen. Mein Kreislauf findet das alles nicht so lustig, ich hab das Gefühl, wenn ich nicht aufpasse, vergess ich das Atmen.... der Blutdruck ist vollends im Keller.

Weiter geht es Richtung Mesquite Dunes, endlich hab ich mal meine geliebte Sandwüste.... wenn auch nicht so, wie ich es mir Wünsche, Sanddünen bis zum Horizont, aber die sind schon sehr schön hier.... für mich einfach DIE perfekte Landschaft - wahrscheinlich war ich in meinem vorigen Leben mal Wüstenrenmaus... leider leider sind die Farben sehr flau, die Sonne lässt sich heute nicht blicken.

Zurück in Furnace Creek gehen wir zum Abschluss des Tages Burger futtern...




Donnerstag, 21. Oktober 2010

20.10.2010 Las Vegas

es hat die Nacht fast durchgeregnet und gestürmt, der Himmel ist bei Erwachen grau in grau.... schade! Den Wecker extra früh gestellt, wollten wir uns nochmal auf den Weg zur Firewave machen, aber das hätte sich nun nicht gelohnt, es war mal definitiv gar kein Licht vorhanden.... so beschliessen wir, heute ist der Tag der Tage zum Shoppen in Las Vegas!!!

Wir fahren durch ein weiteres Gewitter direkt ins Outletcenter Nord..... und - wir werden fündig!!! Wir dürfen uns endlich mit Laufschuhen eindecken!! Yeah! Ein Columbialaden läuft uns auch noch über den Weg, wir sind glücklich.... danach checken wir direkt hinter dem Cirkus Cirkus Hotel im Campground ein und schlendern zum Las Vegas Boulevard... in der Fashion Show verbringen wir Stunde um Stunde, ein unglaubliches Einkaufszentrum, das wir vor zweieinhalb Jahren völlig missachtet haben! Schande auf unser Haupt! Wir bummeln noch ein wenig weiter über den Strip, schauen, was sich getan hat, seit unserem letzten Besuch, Las Vegas ist immer wieder lustig, es macht einfach Spass!

Abends sind wir in Mystère vom Cirque du Soleil. Wir sind etwas enttäuscht, die Show war zwar nicht schlecht, wir sind da aber anderes vom Cirque du Soleil gewohnt.... anscheinend hatten sie auch irgendwelche technischen Probleme, näheres haben wir nicht erfahren, als eine kurze Durchsage.... schade, aber das nächste wird sicher wieder besser.

Auf dem Rückweg zum Campground hat Michael mit Erstaunen festgestellt, dass bei Mc Donalds die Big Macs exakt genauso schmecken wie in Deutschland - beruhigend, oder?

19.10.2010 Valley of Fire

Heute verabschieden wir uns vom Zion National Park und machen uns auf den Weg zum Valley of Fire. In St. George machen wir einen Laufshop ausfindig und noch diverse Sportläden, die wir gerne überfallen möchten.... die Sportläden entpuppen sich leider als Hunting- und Fishing-Spezialgeschäfte oder als Läden für Baseball- und Footballfanatiker, was nun alles nicht so ganz auf uns zutrifft.... im Laufladen angelangt sind sie leider komplett "out of Asics Nimbus" - unseren bevorzugten Schuhen.... die hatten hier vor kurzem einen Marathon, da haben die Läufer anscheinend die Stadt leergekauft, was Laufschuhe anbelangt.... wann dürfen wir endlich Shoppen?!?!? Egal, Las Vegas und LA stehen ja auch noch auf dem Plan....

Wir fahren weiter zum Valley of Fire, reservieren uns einen Campingplatz, dann machen wir uns auf Tour... erst mit dem WoMo einzelne Spots abfahren, dann geht's zu Fuss etwas abseits der offiziellen Wege und es macht sich eine Sandsteinlandschaft auf, die ihresgleichen wiedermal sucht. Die Erosion hat hier mal wieder ganze Arbeit geleistet, Anregung hat sie sich beim Schweizer Käse geholt (oder andersrum).... völlig zerlöcherte rote Sandsteinfelsen mit Millionen von kleinen Arches, Höhlen etc.... wir wandern über die Höhen und trauen unseren Augen kaum, der Blick in die Ferne wird unterbrochen, indem die Farbe des Steines wie mit dem Lineal gezogen von tief rotbraun auf hellgelb bis weiss wechselt. Warum auch immer!

Wir fahren noch ein Stück weiter, nachdem wir uns kaum von dem Szenario trennen können und machen uns auf die Suche nach der "Firewave" - mal wieder eine Formation, die wirklich an eine gigantische Welle erinnert und dabei rotbraun/weiß gestreift ist.... gigantisch... wir wollen hier morgen früh auf jeden Fall nochmal her.... zurück zum Auto, müssen wir das Gebiet auch schon verlassen, weil nach Sonnenuntergang ist hier Zapfenstreich.

Es ist ein heftiges Gewitter im Anmarsch, das wir am Campground auch heftig zu spüren kriegen, es donnert und blitzt am laufenden Band, der Regen prasselt auf's WoMo-Dach.... nachts dasselbe nochmal.



Dienstag, 19. Oktober 2010

18.10.2010 Zion National Park

Wir schlafen gemütlich aus, es regnet die ganze Nacht. Als wir beide Augen schon offen halten können, schauen wir aus dem Fenster und trauen unseren Augen kaum - strahlend blauer Himmel!! Hää? wo kommt der denn her? Also nix mit Shoppen, wir frühstücken und machen uns auf den Weg in das Visitor Center. Eigentlich wollten wir die Narrows bewandern, eine Wanderung durch's Flussbett. Wir erfahren im Visitorcenter, dass der Wasserstand zu hoch ist dafür, teilweise wohl hüfttief... nee nee, das ist nichts. Mit entsprechender Ausrüstung bestimmt klasse, aber die Gefahr auf Flash Floods liegt bei "moderate", es ist ausserdem für nachmittags Gewitter angesagt.

So machen wir eine kleinere, aber sehr schöne Wanderung, den Hidden Canyon Trail. Erst geht es schön asphaltierte Serpentinen nach oben, dann in einen engen Canyon rein, der teils mit Sand bedeckt ist. Ein paar Riesenbrocken an Steinen muss man kletternder Weise überwinden.... wir drehen um, als uns die Kletterei zu viel wird. Irgendwie muss man ja da auch wieder runter kommen ;O)

Wieder unten fahren wir noch bis zum hintersten Ende des Zion, dort, wo die Narrows beginnen, geht erst ein schöne Weg ca. 1,5 Meilen den Fluss entlang. Der hört da auf, wo die Wanderung, die wir heute eigentlich machen wollten, beginnt.... im Flussbett! Es war eine weise Entscheidung, wir hätten uns das gesamte Equipment ausleihen müssen, um da durch zu kommen. Das machen wir dann einfach nächstes Mal.

Mit dem Wetter haben sie uns heute voll beschissen, es war den ganzen Tag kühlere, extrem klare Luft, weit und breit kein Anflug von Thunderstorm zu sehen.... und dass nennen sie hier 70 % Wahrscheinlichkeit.... gestern waren es übrigens 30 %, da hat es dann die ganze Nacht geregnet....

Zurück am Visitorcenter fahren wir die paar km nach Springdale und lassen den Tag bei T-Bone-Steak und Amber-Bier ausklingen....






Montag, 18. Oktober 2010

17.10.2010 Wanderung zur "Subway"

Wieder früh raus, es steht eine lange Wanderung auf dem Programm, unsere Permits  für die Subway sind heute fällig... Vom Campground sind es gerade mal ein paar Kilometer rauf zum Trailhead. Parkplatz kein Problem, wir packen unsere Rucksäcke, viiiel Wasser, Cola, Sandwiches und Müsliriegel.... es sollte ein langer Tag werden. Kurz nach 8 Uhr stehen wir vor dem Abgrund... sprichwörtlich! ab hier geht 170 Höhenmeter steil bergab direkt zum unten liegenden Fluss (left fork north creek). Den Weg darf man sich aber sicher nicht als , gesitteten, nett ausgebauten Serpentinenpillepalle vorstellen, es geht über Stock und Stein, manchmal weiss man nicht so ganz genau, wo man den nächsten Schritt hinsetzen soll... eigentlich sieht es so aus, als ob hier gerade mal eine gehörige Mure abgegangen wäre... die Knie jubeln alle viere....

Unten angekommen, wechseln wir erstmal das Schuhwerk, Michael zieht die Neoprensocken an, ich hab Wassertreter dabei, komm mit den Socken leider nicht rein... also nur normale Laufsocken... ab hier geht es bis zur Subway immer am Fluss entlang, bzw. durch den Fluss durch, oft sucht man den Weg fast vergeblich, dann gehts meistens durch das Wasser weiter. Es gilt, Luftline 3,5 km zu überwinden, aber wie gesagt LUFTLINIE! Es kommen ca. 15 km hin und zurück über Stock und Stein zusammen, Höhendifferenz schlappen 300 Meter. Wir freuen uns, zwischendurch mal ca. 20 Schritte einfach nur geradeaus durch den Sand laufen zu können, ansonsten heisst es Steine hoch, Steine runter, bis knietief durch das Wasser durch, unter Baumstämmen durch oder drüber, je nachdem... langweilig wird es nicht ;O)) Zwischendrin immer wieder anhalten, Stativ aus dem Rucksack raus, aufbauen, Kamera dranschrauben, ein paar Einstellungen knipsen, alles wieder verstauen und weiter..... bis wir endlich die Kaskaden erreichen, dann "the crack"... eine ca. 40 cm tiefe Felsspalte im Flussbett, vielleicht 15 cm breit, in der das Wasser durchrauscht... sehr faszinierend! Jetzt sind es nur noch ein paar Meter bis zur Subway.... die Subway ist eine ausgewaschene, oben offene Felsröhre, die schon fast mystisch um die Kruve geht, am Boden läuft das Wasser von einem Pool in den nächsten. Hinter der Subway noch ein kleiner slotähnlicher Durchgang bis zu einem Wasserfall.... achja, seit ein paar hundert Metern stiefeln wir nur noch im Wasser... langsam wird es allerdings ein wenig kalt um die Knöchel...

Michael verbringt hier Stunden mit Kamera und Stativ, wir sind natürlich lang nicht mehr alleine, aber dank der Permitregulierung hält sich alles in Grenzen. Nachdem alle Bilder im Kasten sind, machen wir Brotzeit und brechen auf zum Rückweg, ich quäl mich mit den Neoprensocken in meine Schuhe, weise Entscheidung, es war a.......kalt!! Der Rückweg wird immer beschwerlicher, die Knie jubeln langsam in den höchsten Tönen. Mir graute es immer ein wenig vor dem steilen Aufstieg am Schluss. Weit gefehlt, es war eine wahre Wohltat, einfach nur steil vergauf gehen zu müssen, ohne immer auf Steine aufzudotzen wie bei der Bergabversion. Wir sind uns sicher, was wir hier an Wanderung erlebt haben, ist noch immer Subway für Anfänger.... ein bissl mehr Wasser in dem Flussbett, ein starker Regen und die Wegsuche wäre mehr als umständlich bzw man müsste noch viel öfter irgendwo drüber, drunter oder durch. Trotz allem, ich bin mir sicher, nach einem Marathon tun die Haxen nicht weniger weh - Michael dementiert dies heftig - aber es war ein unvergesslicher Tag mit einer wunderbaren Wanderung durch ein wunderschönes Flussbett mit einem sensationellen Ziel.... und das gaaanz grosse Ziel, sobald wir den Campground erreicht haben - der heisse Whirlpool!!! Kaum waren wir angekommen, find es an zu regnen.... Wettervorhersage ist denkbar schlecht, ich denk wir werden morgen einfach shoppen gehen....






Sonntag, 17. Oktober 2010

16.10.2010 Fahrt zum Zion National Park

7 Uhr raus, heut geht's ab zum Zion National Park, leichtes Kontrastprogramm, es erwartet uns eine gigantische Bergwelt. Fahrt ist so kurzweilig wie die Straßen gerade sind.... erstaunlich ist bei meilenweiten geraden Straßen - kaum kommt eine Kurve, kann man fast sicher sein, dass ein Kreuz am Straßenrand steht.... wer erwartet in Utah schon eine Kurve?!?!
Wir checken kurz ein am Campground, dem Zion River Resort... sehr nett hier! Wir fahren aber gleich weiter, es steht die Wanderung zu Angel's Landing auf dem Programm.... dazu fahren wir vom Visitorcenter mit dem Shuttlebus noch ein wenig in den Canyon rein, rechts und links ragen die Felswände empor. Wir und viele andere machen uns auf den Weg zu Angel's Landing, einem etwas nach vorne versetzten Berg. Unglaublich, welche und wieviele Menschen sich hier auf den Weg machen.... der Querschnitt der Weltbevölkerung. Umso erstaunlicher noch, was sich auf den letzten guten 50 Höhenmetern noch immer tummelt... dabei handelt es sich um einen Klettersteig, rechts und links geht es senkrecht in die Tiefe... uns war das too much, vor allem in Anbetracht der Tatsache, wieviele Menschen da unterwegs sind. Wir machen eine Pause auf einem Absatz vor dem letzten Hang nach oben, wir beschliessen, das reicht vollkommen. Es wundert uns beide, dass hier nicht jedes Wochenende so einige Möchtegernkletterer den kurzen Weg ins Tal nehmen, soviel, wie hier los ist... oder sind wir die vielen Menschen nach unseren einsamen Touren rund um Page nicht mehr gewohnt...?!?!

Den Rückweg weiten wir über die Emerald Pools aus, die aber leider nicht viel Wasser haben momentan. Somit gehen wir relativ zügig zum Shuttlebus zurück. Wir schauen uns beim Visitorcenter noch die Galerie von Michael Fatali an - Fototgrafien, unglaublich schön, die hohe Kunst der feinen Fotografie... die Motive kennen wir bereits fast alle ;O)

Wir kaufen noch jeder ein paar Neoprensocken, die brauchen wir morgen, um in die Subway zu kommen, da werden wir wohl so einige Passagen im Wasser laufen.

Zurück am Campground genießen wir den Swimmingpool und zur Krönung noch das Hot Tub - ein heisser Whirlpool.... sensationell!!! Wieder regeneriert gibt's Spaghetti mit Budweiser....



Samstag, 16. Oktober 2010

15.10.2010 ein Tag in Page & Jeep Rückgabe



Heute Faultag..... das erste Mal ausschlafen seit einer Woche, tat das gut!! Ausgiebig gefrühstückt, dann kam die Putzkolonne, bestehend aus Steffi und Michael... unser WoMo gleicht einer Müllhalde, der Jeep einem Schlammeimer.... Michael macht sich über den Jeep her, jetzt erstmal innen, dank der Löcher am Boden (Fussmatten gibt's nicht) kam der Schlamm auch von unten in den Jeep.... ich fröhnte meinen haushaltlichen Vorlieben Boden kehren und wischen, Bad putzen etc etc im WoMo.... 2 Stunden und wir erkennten den Jeep wieder, den wir einst gemietet haben, das WoMo sah aauch wieder bewohnbar aus....
Danach haben wir einen kleinen Ausflug über die Wahweap Marina, wo es den schönsten Souvenirshop überhaupt gibt, nach Page, den Glen Canyon Dam anschauen, weiter nach Downtown, ein Rieseneis vertilgen, ein paar Sachen einkaufen und wieder zurück zum WoMo.... ein Budweiser während ich am Rechner sitze, Michael genießt seines in der Abendsonne vor dem WoMo, ein neues Wanderbuch dieser Gegend lesender Weise.... schon nach ein paar Seiten ist klar, wir müssen wieder hierher ;O))

Heut Abend werden wir nochmal nach Page fahren, den Jeep nochmal dampfstrahlen, vor allem von unten - dann müssen wir ihn schweren Herzens wieder hergeben.... denn morgen geht es ja weiter Richtung Zion National Park.

14.10.2010 THE WAVE

Um 6 Uhr raus, wir dürfen endlich zur Wave... ein Traum geht in Erfüllung!! Kurz vor 7 Uhr sitzen wir im Auto, gegen 8 Uhr starten wir... 3 km über Sandwege, Steinplatten etc. ... allein der Weg dorthin mit der Vorfreude auf die Wave ist schon ein Erlebnis.... in der Ferne sehen wir die Coyote Buttes North, das ersehnte Ziel. Wie lange können sich eigentlich 3 km hinziehen?!?!

Wie soll ich sagen, wir haben ja doch schon so einige Hotspots der Gegend hier gesehen, aber die Wave ist sicherlich, auf jeden Fall für uns, Top of the Pops! Irgendwie sind die Formen und Farben hier einfach die Krönung... schön, dass wir sie uns sozusagen bis zum Schluss unserer Zeit in Page aufgehoben haben, bzw. dazu gezwungen wurden.... hat wohl so sollen sein.... was uns bisher nicht bewusst war, ist, dass die Coyote Buttes North bei weitem nicht nur aus der Wave bestehen, sondern das gesamte Areal nicht mit Attraktionen spart. Wir wandern erstmal das ganze Gebiet ab, um einen Überblick zu kriegen und finden eine schöne Ecke nach der anderen. Wir können uns gar nicht sattsehen, die Kameras stehen nicht still.... die Wave selber ist sicher nicht in ihrem besten Zustand, es liegt viel Sand in der Senke, was natürlich die perfekt geschwungenen Linien der Sandsteinfelsen unterbricht, aber es tut dem Erlebnis, hier zu sein, absolut keinen Abbruch.... Über Mittag suchen wir uns ein schattiges Plätzchen hoch über der Wave, wie einige andere glückliche Permitträger auch. Man merkt, es ist ein Spot, der in Deutschland anscheinend am bekanntesten ist, es sind von 20 erlaubten, über 10 Deutsche hier.... die sich aber allesamt bald wieder vom Acker machen, zur Golden Hour sind wir alleine - für uns völlig unverständlich - wenn man bedenkt, was für Aufstand nötig ist, um überhaupt hierher zu dürfen und dann nach 2 Stunden wieder abhauen....??
Je tiefer die Sonne sinkt, desto leuchtender wirkt der rote Sandstein, manchmal auch gelb, orange, weiss. Ein faszinierendes Farb- und Formspiel. Die Potholes auf halber Höhe sind voller Wasser, die Spiegelung dank Windstille perfekt....

Als die Sonne hinter den Bergen verschwindet ist mit einem Mal die Leuchtkraft weg, aber auch in Pastell getaucht ist diese Landschaft noch ein Erlebnis. Schweren Herzens machen wir uns auf den Rückweg, damit wir den Sandweg wenigstens noch bei Helligkeit erreichen. Es ist irgendwie schwerer als an anderen Spots, diesen hier zu verlassen.... eins weiss ich, wir werden da sicher nochmal irgendwann herkommen.

Bei letztem Tageslicht erreichen wir das Auto, eine Stunde brauchen wir noch bis zum Campground. Dort angekommen gibts fette Steaks mit Salat und die ein oder andere Dose Budweiser.








13.10.2010 Coyote Buttes South

7 Uhr raus, Frühstück, los geht's zur Paria Contact Station.... erneut füllen wir das Formular aus für die Wave-Lottery.... es stehen über 70 Leute in der Gegend rum, alle wollen eines von diesen verdammten 10 Permits haben.... ich habe die Ehre, die Auserwählte unserer "Gruppe" zu sein, um der Lotterie beizuwohnen... ich krieg die Nummer 25, losgehts, alle 29 Kugeln sind in der Trommel. Die erste, die gezogen wird, ist die 27 - ich denk schon, Mist, die ist zu nah an der 25.... die zweite Kugel kommt raus - 25!!!!!!!!!! Ich trau meinen Ohren kaum und stürz raus zum Michael - WE GOT IT!!! Brian freut sich mit uns "these people really deserve it...."

Bestens gelaunt machen wir uns auf den Weg zu den Coyote Buttes South, dieses Permit haben wir ja schon übers Internet gekriegt. Die Houserock Valley Road ist uns mittlerweile ja wohl vertraut, wir nehmen heute die Abkürzung über Paw Hole, spart uns eine knappe Stunde. Allerdings nur unter Absolvierung des Tiefsanddiploms... aber unser Jeep ist unschlagbar, ebenso wie Michael, dem heutigen Fahrer ;O)

Ein weiterer Tag in bizarrer Landschaft, wo die ganzen Leute mit ihren Permits sind, ist uns ein Rätsel, angeblich waren alle 20 für heute vergeben... wir haben lediglich zwei nette Fotografen, die ausserordentlich gut Deutsch sprechen, getroffen, das war's. Wir bleiben bis zur Abendsonne, als die dann hinter den Hügeln verschwand, wurde es ratzfatz kalt und wir machen uns schleunigst auf den Weg zum Auto zurück, zusammen mit den beiden Fotografen, die bleiben die Nacht hier im Auto - das wär nix für uns.... wir stehen da mehr auf unser wohliges Bettchen im WoMo. Bei Dämmerung machen wir uns über die Dirtroad her, einige Stellen wollten wir doch gerne noch bei annäherndem Tageslicht bewältigen, wie Tiefsandpassagen, die auf einer Steinplatte enden, die kurz mal eine Stufe höher liegt o.ä.

Voller Vorfreude auf die Wave morgen, fallen wir nach kurzer Brotzeit und Fotos runterladen ins Bett.





Mittwoch, 13. Oktober 2010

ach übrigens....

...wir haben hier in Page leider keinerlei Handyempfang! Somit können wir auch keine SMS empfangen bzw. senden.... Kontakt nur über facebook oder svonhoesslin@yahoo.de

12.10.2010 White Pocket

6 Uhr aufstehen, stockdunkel ist es noch, wir machen uns auf die lange Fahrt zum White Pocket.... wie könnte es anders sein, es stehen 50 km Dirtroad auf dem Programm.... den ersten Teil kennen wir vom Urlaub 2008, die Straße ist mittlerweile in miserablem Zustand, da streiten sich Utah und Arizona um die Zuständigkeit zur Pflege der Piste. Es ist der Tag, an dem ich nun auch meine Steinplatten und Tiefsandprüfung im Offroadfahren ablege, langsam kann mich nichts mehr schocken, wobei mir Felsplatten, vor allem, die, die senkrecht nach oben stehen nicht wirklich ans Herz wachsen werden.... dagegen Sand ist sehr lustig, der macht mit einem eh nur was er will.... wir haben aber in dem Fall mal Glück, dass es letzte Woche soviel geregnet hat hier, der Sand ist noch nicht wieder zu seiner Pulvrigkeit zurückmutiert. Nach 2,5 Stunden sind wir endlich am Parkplatz, von hier gehen wir gerade mal noch einen kurzen Sandweg, bis wir ein wieteres, absolut grandioses Gebiet von irrsinnigen Felsformationen vorfinden. Die Natur versteht es hier mal wieder, alles bisher gesehene zu toppen... bitte einfach Bilder gucken, was soll ich gross beschreiben....
Zurück nehmen wir eine Abkürzung über Paw Hole, nachdem wir bei White Pocket von anderen erfahren haben, dass die Piste passierbar ist.... da gibt es nette Berge voller Sand, die wirklich nur schwungvollst überwunden werden können, gerne wartet oben dann eine Steinplatte, die kurz mal 30 cm höher liegt als die Sandpiste.... da ist man grad in Schwung und dann heisst es Vollbremsung, um im Schritttempo über den Absatz zu kommen.... mir machts ja Spass!

Wir fahren direkt nach Page, den Walmart überfallen, unser Kühlschrank ist leer... danach versuchen wir in einer Autowaschanlage mit dem Dampfstrahler die mittlerweile getrockneten Schlammbatzen von unserem Auto zu entfernen, es dauert fast eine halbe Stunde, bis das gröbste entfernt ist.... jeder der uns sieht, sagt - "hey guys, you look like you had real fun!" viel hat man von unserem silbernen Jeep auch nicht mehr gesehen....

Danach noch Steak und Burger futtern, dann zurück zum Campground.